Wie Amazon gerade seinen Ruf ruiniert: Betrügerische Angebote bei Amazon schädigen Händler und Käufer

Bei Amazon läuft gerade etwas schief bzw. Amazon kümmert sich nicht um aktuelle gravierende Probleme:

Wie uns nicht nur unsere Mandanten berichten, die über Amazon verkaufen, sondern wie es auch an vielen anderen Stellen im Internet nachzulesen ist, gibt es aktuell mehrere Betrugsmaschen bei Amazon, die in erster Linie seriöse deutsche Händler schädigen.

Anhängen von asiatischen Händlern an deutsche ASINs

Eine „Masche“, die uns aktuell beschäftigt, sind bei Amazon angemeldete Händler mit Sitz oftmals in Asien (China, Taiwan, Hongkong) wie aber auch in den USA oder Pakistan, die sich an deutsche ASINs anhängen. Häufig handelt es sich um ASINs, in denen ein Markenprodukt angeboten wird, d. h. eine Ware, für die eine deutsche oder europäische Marke angemeldet ist. Ein derartige Anhängen stellt immer eine Markenrechtsverletzung dar. Zum einen handelt es sich, wenn überhaupt Ware geliefert wird, was häufig nicht der Fall ist, nicht um Original-Markenware. Zudem ist es rechtlich schlichtweg ausgeschlossen, dass markenrechtskonform die Ware ausgeliefert wird: Wenn nicht ohnehin No-Name-Produkte oder eine Markenfälschung geliefert wird, würde eine Lieferung eines Markenprodukts aus Asien, jedenfalls einem Land außerhalb der EU, immer einen sogenannten Parallelimport darstellen, der auf jeden Fall eine Markenrechtsverletzung darstellt.

Aus Berichten unserer Mandanten wissen wir, dass die asiatischen Händler entweder gar nicht liefern oder qualitativ äußerst schlechte Fälschungen. Dies geht sogar so weit, dass die bei Amazon hinterlegten Produktbilder verwendet werden, um in Asien die Fälschungen zu produzieren.

Angebote ohne Impressum

Zum Teil ist es nur aus der Auswahlliste der Verkäufer, die sich an eine ASIN angehangen haben, zu erkennen, aus welchem Land der Anbieter eigentlich stammt. Die häufig asiatischen Anbieter haben auf ihrer Händlershop-Detailseite in der Regel keinerlei Informationen hinterlegt. Es gibt somit weder ein Impressum, somit Informationen zur Identität oder Adresse des Anbieters, geschweige denn eine Widerrufsbelehrung oder AGB.

Damit ein deutscher Händler bei Amazon verkaufen kann, muss er eine Vielzahl von Unterlagen einreichen, bevor ein Verkäuferkonto bei Amazon tatsächlich eröffnet wird. Auf der Händlershop-Detailseite werden die bei Amazon gespeicherten Daten unter der Überschrift „detaillierte Verkäuferinformationen“ angezeigt. Bei asiatischen Händlern gibt es hier keinerlei Informationen. Es stellt sich die Frage, warum Amazon es zulässt, dass ausländische Händler einfach als Verkäufer bei Amazon auftreten können, ohne dass offensichtlich in irgendeiner Form eine Identitäts- oder Seriösitätskontrolle stattfindet.

Käufer erkennt häufig nicht, wo er eigentlich kauft

Der „normale“ Amazon-Käufer in Deutschland sieht ein Produkt und wählt den Anbieter aus, der in der Buy-Box steht. Dies ist in der Regel der preisgünstigste Anbieter. Die asiatischen Händler wissen dies und nutzen Repricing-Tools, um ihren Platz in der Buy-Box zu verteidigen. Ganz offensichtlich geht es häufig nicht darum, tatsächlich die Produkte auszuliefern, wie wir aus Erfahrungen unserer Mandanten wissen. Die Asiaten bleiben z.T.  auch dann in der Buy-Box, Preis in Einzelfällen bis weit unter die Schmerzgrenze gesenkt wird. Es geht somit häufig nicht wirklich um eine Produktlieferung.

Käufer können oftmals nur anhand der erheblich langen Lieferzeiten, die natürlich gern überlesen werden, erkennen, dass die Ware eigentlich aus dem Ausland kommen soll. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Amazon-Käufer quasi darauf geprägt sind, den Anbieter in der Buy-Box zu wählen.

Frust auf allen Seiten

Der Käufer, der üblicherweise erwartet, die Ware bei einem Kauf bei Amazon innerhalb weniger Tage zu bekommen, ist frustriert, weil er die Ware entweder gar nicht bekommt oder erst Wochen später. Die Qualität ist, wenn denn überhaupt geliefert wird, häufig mehr als minderwertig.

Dies schlägt sich dann wiederrum in negativen Kundenrezensionen des Original-Lieferanten bzw. Markeninhabers nieder. Diese Kundenrezensionen haben mit der guten Qualität mit der Originalware nichts zu tun. Für den Käufer ist dies alles jedoch nicht nachvollziehbar. In diesen Fällen scheint es auch so zu sein, dass es für Käufer häufig gar nicht so einfach ist, ihr Geld über die A-Z-Garantie von Amazon wiederzubekommen.

Warum tut Amazon nichts?

Aus Berichten unserer Mandanten wissen wir, dass Amazon auf Stur stellt. Die Nutzung des Infringement-Prozesses bringt in der Regel nichts. Es gibt häufig Antworten à la „generische Produkte“ etc., die mit dem Sachverhalt nichts zu tun haben. Lesen Sie hierzu auch: Was tun, wenn sich bei Amazon chinesische Händler an die ASIN anhängen?

Amazon hat sich bisher immer dadurch ausgezeichnet, besonders kunden- und käuferfreundlich sein. Die großzügigste Gelderstattungspolitik oder das großzügigste Reklamationsmanagement nützt jedoch nichts, wenn der Kunde die (Marken) Ware erst gar nicht bekommt oder diese direkt aus China stammt und von äußerst mieser Qualität ist. Amazon-Kunden werden es sich in diesen Fällen zweimal überlegen, überhaupt noch auf der Plattform zu bestellen, wenn Sie sich nicht sicher sein können, was sie eigentlich für Ware erhalten. Hierbei muss man berücksichtigen, dass man sich schon ein wenig mit Amazon auskennen muss, um bspw. nicht den Anbieter in der Buy-Box zu wählen, sondern ganz bewusst zu schauen, was es sonst noch an anderen Anbietern gibt, um dann wiederrum diese Anbieter konkret zu überprüfen. Dies geschieht durch Anklicken des Händlernamens und dann wiederrum durch Anklicken des Links „detaillierte Verkäuferinformationen“. Anhand dieser detaillierten Verkäuferinformationen kann der Käufer dann feststellen, ob es sich bspw. um einen Händler in Deutschland handelt.

Amazon muss sich die Frage stellen lassen, warum

Wenn es „gut läuft“, löscht Amazon die asiatischen Anbieter von konkret Amazon mitgeteilten ASIN. Die Verkäufer selber dürfen jedoch häufig ungestraft einfach weitermachen. Ein ernsthafter Wille von Amazon, diesen Betrug einen Riegel vorzuschieben, können wir aktuell nicht erkennen.

Wir können nur mutmaßen, was Amazon dazu treibt, den über lange Jahre mühsam aufgebauten guten Ruf so leichtfertig zu ruinieren. Vielleicht ist der asiatische Markt für Amazon in der Perspektive so wichtig, dass die deutschen Händler und auch die deutschen Käufer in diesem Fall hintenanstehen müssen.

Betrugsmasche direkte Zahlung an den Verkäufer

Eine weitere Betrugsmasche ist eine Information in der Artikelbeschreibung oder bei dem jeweiligen Händler, in der Käufer aufgefordert werden, den Händler vor dem Kauf per E-Mail zu kontaktieren. Hierzu muss man wissen, dass bei einem Kauf über Amazon immer Amazon das Geld vom Kunden einzieht und dann nach Versandmitteilung an den Händler auskehrt. Eine direkte Zahlung zwischen Käufer und Verkäufer ist bei Amazon nicht vorgesehen. Viele Amazon-Käufer wissen dies offensichtlich nicht. Über den E-Mail-Kontakt, zum Teil wird das mit der Notwendigkeit begründet, die Verfügbarkeit anzufragen, wird der Käufer zur Zahlung direkt an den Verkäufer aufgefordert.

Das derartige Angebote bei Amazon überhaupt möglich sind, ist mehr als erstaunlich. So unternimmt Amazon doch einen erheblichen technischen Aufwand, um eine Kommunikation zwischen Verkäufer und Käufer zu unterbinden, bspw. durch Alias-E-Mail-Adressen des Käufers. Eine Emailadresse in der Produktbeschreibung oder der Produktüberschrift oder bei der Händlerinformation fällt Amazon dagegen nicht auf?!

Weiteres Problem: Der gehackte Amazon-Account

Aus unserer Beratungspraxis sind uns Fälle bekannt, in denen Amazon-Accounts gehackt wurden. In diesem Fall wird nicht nur die Bankverbindung des Amazon-Händlers geändert, es werden auch zum Teil mehrere 10.000 Angebote eingespielt, in denen gut laufende Produkte weit unter Preis angeboten werden.

Bestenfalls wird der Amazon-Händler nur für ein paar Tage gesperrt. Schlechtestensfalls kann es ihn seine Existenz kosten.

Wie die Betrüger an die Zugangsdaten der Händler für Amazon kommen, ist hierbei unklar. Es versteht sich an dieser Stelle von selbst, dass Amazon-Händler, die ja auch einen erheblichen E-Mail-Verkehr zu bearbeiten haben, in IT-Sicherheit investieren sollten. Mit einem Standard-Antivirus-Programm dürfte es in diesen Fällen nicht getan sein. Unabhängig davon konnte uns bisher keiner unserer Mandanten, die von einem Amazon-Hack ihres Kontos betroffen waren, auch im Nachgang konkret erläutern, wo eigentlich das Problem lag. Liegt hier vielleicht ein internes Sicherheitsproblem bei Amazon vor?

Amazon muss reagieren

Wir haben nicht den Eindruck, dass Amazon erkannt hat, wie weitreichend die Probleme aktuell eigentlich sind. Es scheint dort schlichtweg niemanden zu interessieren. Langfristig gesehen leidet der Ruf von Amazon als seriöse und vor allen Dingen kundenfreundliche Verkaufsplattform.

Wir beraten Sie als Amazon-Händler gern konkret.

Noch ausführlichere Informationen finden Sie hier:

Stand: 08.11.2016

Es berät Sie: Rechtsanwalt Johannes Richard

 

 

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